Lieber Kaufmann als Anwalt

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DORIAN ALBERTS, 23, BREMEN

Früher: Student der Rechtswissenschaft
Heute: Auszubildender zum Kaufmann für Groß- und Außenhandel

Ein Leben lang im Streit – das konnte sich Dorian Alberts nicht vorstellen. Also brach er sein Jura-Studium ab. Und begann eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann.

Schon als Kind war er an wirtschaftlichen Zusammenhängen interessiert. So ließ sich Dorian Alberts von seinem Großvater alles rund um die Börse erklären. Heute hat er dieses Interesse zum Beruf gemacht – und kann dabei auch noch seine große Leidenschaft, das Segeln, mit einbringen. Denn seit Herbst 2015 ist Dorian Alberts Auszubildender zum Groß- und Außenhandelskaufmann bei einem Industriegroßhandel, der unter anderem Schiffsteile vertreibt. Student ist er trotzdem noch. Parallel zur Ausbildung studiert er BWL.

„Nicht die Theorie war das Problem, sondern die Praxis“

Dem Schritt in die Ausbildung ging bei Dorian Alberts ein Jurastudium voraus. Schon nach vier Semestern wurde dem damals 22-Jährigen durch Praktika klar, dass er als Anwalt nicht glücklich sein würde. „Moralisch gibt es selten einen Gewinner und man lebt in dieser Arbeit quasi ein Leben lang im Streit. Das wollte ich einfach nicht für meine Zukunft.“ Am Ende des sechsten Semesters entschied er sich schließlich, das Studium zu beenden.

Und jetzt etwas Solides

„Nach dem Studium wollte ich etwas Solides machen“, erinnert sich Dorian Alberts. Unterstützung suchte er sich bei Freunden und Familie. Ein Bekannter riet ihm, sich an das Bremer Projekt „NewStart“ zu wenden, das sich darauf spezialisiert hat, Studienabbrecherinnen und -abbrecher an Ausbildungsbetriebe zu vermitteln. „Ich hatte ein langes Gespräch mit einer Beraterin, da haben wir meine Kenntnisse und Stärken herausgearbeitet, um dann auf kaufmännische Berufe zu kommen: Letztlich ist es der Groß- und Außenhändler geworden.“ Die Beraterin half Dorian Alberts mit seiner Bewerbung und gab diese an Betriebe weiter.

„Das Kaufmännische ist einfach mein Ding!“

Action auf dem Wasser: Dorian Alberts beim Segeln

„Volle Fahrt voraus“

Die Entscheidung für seinen jetzigen Ausbildungsbetrieb fiel Dorian Alberts nicht schwer. Der Industriegroßhandel hat sich unter anderen auf Schiffsteile spezialisiert – als passionierter Segler bringt der Azubi schon wertvolles Vorwissen aus diesem Bereich mit.

„Wir brauchen qualifizierte Bewerber“

Studienabbrecher sind begehrte Auszubildende

„Wir haben bei jungen Bewerbern zunehmend den Eindruck, dass die Ausbildungsreife fehlt. Bei Studienabbrechern müssen wir nicht von null anfangen, das ist für uns ein großer Vorteil!“, so Marc Eggers, Ausbilder von Dorian Alberts.

Plan B: Mit dem dualen Studium zum Bachelor

„Ich mache sowohl eine auf 2,5 Jahre verkürzte Ausbildung als auch parallel dazu ein duales Studium zum Betriebswirt. Das ist schon zeitintensiv, weil ich nicht freigestellt werde, sondern zwei- bis drei Mal pro Woche abends noch in die Hochschule muss. Aber ich habe Lust darauf und bin sicher, dass ich in Zukunft davon profitieren werde.“

„Große Aufträge zu betreuen und Vertrauen geschenkt zu bekommen, motiviert extrem.“

„Ich bin stolz, Teil eines Teams zu sein“

„Seid mutig und schlagt noch mal einen komplett neuen Weg ein!“

Verantwortung übernehmen

Dorian Alberts weiß, wie es sich anfühlt, im Studium nicht glücklich zu sein. Dann, findet er, sollte man den Mut aufbringen, loszulassen. „Das ist zwar schwer, aber seine Ängste zu überwinden, lohnt sich. Man muss sein Leben selbst in die Hand nehmen!“

Wir danken Dorian Alberts, Marc Eggers und dem Team der J.H. Jaeger & Eggers Handelsgesellschaft mbH.

Diese Multimedia-Reportage wurde von
PRPetuum GmbH
im Auftrag von JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
erstellt.

Redaktionelle und fachliche Betreuung
JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Herausgeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung

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